Energiegenossenschaft startet strategische Partnerschaft für bisher größtes Solarprojekt

Gehen eine strategische Partnerschaft ein: Henning Gronau (li.), Bürgermeister der Gemeinde Erndtebrück, und die Energiegenossenschaft Wittgenstein

Die Gemeinde Erndtebrück und die Energiegenossenschaft Wittgenstein haben eine strategische Partnerschaft unterzeichnet, um auf dem Erndtebrücker Gebäudekomplex der Dreifachturnhalle und des Schwimmbades eine weitläufige Photovoltaik-Anlage zu errichten. Dazu unterzeichneten beide Seiten einen entsprechenden Gestattungsvertrag. Mit ihren 250 Kilowatt Leistung und 830 Solar-Modulen wird diese achte Anlage die mit Abstand größte der Energiegenossenschaft werden – und eine der größten im Altkreis Wittgenstein.

Zur Veranschaulichung: Die jährliche Stromproduktion der Photovoltaik-Anlage entspricht 1,4 Millionen Kilometer mit dem Elektroauto oder dem rechnerischen Stromverbrauch von 100 Haushalten. Über 200.000 Euro werden auf der Dachfläche durch die Genossenschaftsmitglieder und die Finanzierung der lokalen Genossenschaftsbank investiert.

Mit der Photovoltaik-Anlage wird ein weiterer Schritt für erneuerbare Energien in Erndtebrück geschaffen. Bereits jetzt wird in Erndtebrück rund viermal so viel Energie erneuerbar erzeugt (rund 42 Mio. kWh) wie die Haushalte (rund 9 Mio. kWh) verbrauchen. Dies gelingt durch tolle Projekte die bereits in der Edergemeinde existieren, wie zum Beispiel das Biomassekraftwerk Schameder oder die Wasserkrafterzeugung in Womelsdorf. Hinzu kommt jetzt mithilfe der Energiegenossenschaft Wittgenstein ein weiteres, herausragendes Projekt im Bereich Photovoltaik.

Für die Gemeinde, so Bürgermeister Henning Gronau, ist es ein tolles Projekt um den Klimaschutz vor Ort zu unterstützen. Dazu Gronau: „Wir freuen uns, dass dieses großartige Projekt gelungen ist. Wir haben in gegenseitigem Austausch mit der Energiegenossenschaft sehr sorgfältig überlegt, wo wir ein erstes Projekt gemeinsam entwickeln. Daher gilt der Energiegenossenschaft auch ein großer Dank für diese partnerschaftlichen Überlegungen. Diese Anlage ist ein weiterer Meilenstein für die Erzeugung erneuerbarer Energien in Erndtebrück.“ Die Errichtung und Inbetriebnahme der Anlage soll bis Sommer 2020 umgesetzt worden sein.

Für die ehrenamtlichen Aktiven der Energiegenossenschaft ist das Wichtigste, zu zeigen, dass jeder Einzelne mit überschaubarem Aufwand etwas für die Umwelt tun kann – ohne nur auf andere zu verweisen. „Alle reden vom Klimaschutz – wir machen etwas. Denn nur mit Verzicht und Effizienzsteigerungen lässt sich das Problem nicht lösen. Unser Wohlstand basiert auf Energie, welche wir sauber produzieren. Jede neu produzierte Kilowattstunde ersetzt direkt etwas Leistung eines Kohlekraftwerks.“ so das Arbeitsprinzip der Energiegenossen.

Schließlich bedroht der Klimawandel auch Wittgenstein. „Wittgensteiner könnten glauben, dass wir bei dem Thema eine Insel der Glückseligkeit wären. Jedoch zeigen die Dürresommer 2018 und 2019, dass der Klimawandel uns alle etwas angeht. Wenn wir nichts unternehmen, werden extreme Sommer zur Normalität mit gravierenden Folgen für jeden Einzelnen.“

Die Energiegenossenschaft vergrößert sich mit diesem achten und größten Projekt um 50 %, nachdem bereits 2018 und 2019 jeweils ein deutliches Wachstum eingetreten ist. Ziel des Projekts ist neben dem Klimaschutz und der nachhaltigen Energieversorgung vor allem auch die lokale Wertschöpfung über die hiesigen Handwerker, da diese ausschließlich aus dem Wittgensteiner Raum stammen. Die Energie wird sozusagen von Wittgensteinern für Wittgensteiner erzeugt, da die Wertschöpfung direkt in der Region bleibt. „Letztendlich profitieren alle vor Ort“, resümiert Bürgermeister Gronau. Die Gemeinde Erndtebrück erhält für die Bereitstellung der Dachfläche zusätzlich eine jährliche Pacht.

Es gibt viele Gründe, die für die Nutzung der Erndtebrücker Dachflächen durch Photovoltaik-Anlagen sprechen, vor allem aber der daraus gewonnene Strom: Dieser ist absolut netzverträglich, günstig mit 8 Cent pro Kilowattstunde, schadstofffrei und für mehr als 20 Jahre. Saubere Stromerzeugung kann so einfach sein.

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