Gehen eine strategische Partnerschaft ein: Henning Gronau (li.), Bürgermeister der Gemeinde Erndtebrück, und die Energiegenossenschaft Wittgenstein

Die Gemeinde Erndtebrück und die Energiegenossenschaft Wittgenstein haben eine strategische Partnerschaft unterzeichnet, um auf dem Erndtebrücker Gebäudekomplex der Dreifachturnhalle und des Schwimmbades eine weitläufige Photovoltaik-Anlage zu errichten. Dazu unterzeichneten beide Seiten einen entsprechenden Gestattungsvertrag. Mit ihren 250 Kilowatt Leistung und 830 Solar-Modulen wird diese achte Anlage die mit Abstand größte der Energiegenossenschaft werden – und eine der größten im Altkreis Wittgenstein.

Zur Veranschaulichung: Die jährliche Stromproduktion der Photovoltaik-Anlage entspricht 1,4 Millionen Kilometer mit dem Elektroauto oder dem rechnerischen Stromverbrauch von 100 Haushalten. Über 200.000 Euro werden auf der Dachfläche durch die Genossenschaftsmitglieder und die Finanzierung der lokalen Genossenschaftsbank investiert.

Mit der Photovoltaik-Anlage wird ein weiterer Schritt für erneuerbare Energien in Erndtebrück geschaffen. Bereits jetzt wird in Erndtebrück rund viermal so viel Energie erneuerbar erzeugt (rund 42 Mio. kWh) wie die Haushalte (rund 9 Mio. kWh) verbrauchen. Dies gelingt durch tolle Projekte die bereits in der Edergemeinde existieren, wie zum Beispiel das Biomassekraftwerk Schameder oder die Wasserkrafterzeugung in Womelsdorf. Hinzu kommt jetzt mithilfe der Energiegenossenschaft Wittgenstein ein weiteres, herausragendes Projekt im Bereich Photovoltaik.

Für die Gemeinde, so Bürgermeister Henning Gronau, ist es ein tolles Projekt um den Klimaschutz vor Ort zu unterstützen. Dazu Gronau: „Wir freuen uns, dass dieses großartige Projekt gelungen ist. Wir haben in gegenseitigem Austausch mit der Energiegenossenschaft sehr sorgfältig überlegt, wo wir ein erstes Projekt gemeinsam entwickeln. Daher gilt der Energiegenossenschaft auch ein großer Dank für diese partnerschaftlichen Überlegungen. Diese Anlage ist ein weiterer Meilenstein für die Erzeugung erneuerbarer Energien in Erndtebrück.“ Die Errichtung und Inbetriebnahme der Anlage soll bis Sommer 2020 umgesetzt worden sein.

Für die ehrenamtlichen Aktiven der Energiegenossenschaft ist das Wichtigste, zu zeigen, dass jeder Einzelne mit überschaubarem Aufwand etwas für die Umwelt tun kann – ohne nur auf andere zu verweisen. „Alle reden vom Klimaschutz – wir machen etwas. Denn nur mit Verzicht und Effizienzsteigerungen lässt sich das Problem nicht lösen. Unser Wohlstand basiert auf Energie, welche wir sauber produzieren. Jede neu produzierte Kilowattstunde ersetzt direkt etwas Leistung eines Kohlekraftwerks.“ so das Arbeitsprinzip der Energiegenossen.

Schließlich bedroht der Klimawandel auch Wittgenstein. „Wittgensteiner könnten glauben, dass wir bei dem Thema eine Insel der Glückseligkeit wären. Jedoch zeigen die Dürresommer 2018 und 2019, dass der Klimawandel uns alle etwas angeht. Wenn wir nichts unternehmen, werden extreme Sommer zur Normalität mit gravierenden Folgen für jeden Einzelnen.“

Die Energiegenossenschaft vergrößert sich mit diesem achten und größten Projekt um 50 %, nachdem bereits 2018 und 2019 jeweils ein deutliches Wachstum eingetreten ist. Ziel des Projekts ist neben dem Klimaschutz und der nachhaltigen Energieversorgung vor allem auch die lokale Wertschöpfung über die hiesigen Handwerker, da diese ausschließlich aus dem Wittgensteiner Raum stammen. Die Energie wird sozusagen von Wittgensteinern für Wittgensteiner erzeugt, da die Wertschöpfung direkt in der Region bleibt. „Letztendlich profitieren alle vor Ort“, resümiert Bürgermeister Gronau. Die Gemeinde Erndtebrück erhält für die Bereitstellung der Dachfläche zusätzlich eine jährliche Pacht.

Es gibt viele Gründe, die für die Nutzung der Erndtebrücker Dachflächen durch Photovoltaik-Anlagen sprechen, vor allem aber der daraus gewonnene Strom: Dieser ist absolut netzverträglich, günstig mit 8 Cent pro Kilowattstunde, schadstofffrei und für mehr als 20 Jahre. Saubere Stromerzeugung kann so einfach sein.

Getagged mit: , ,

Eigentlich gibt es für die Energiegenossenschaft Wittgenstein bei diesem heißen Sommerwetter allen Grund zur Freude – aber nur eigentlich: Im Juni wurden neue Rekorde in der Stromerzeugung erzielt. So konnten die fünf laufenden Anlagen vom sonnenreichsten Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Deutschland zehren und jeweils Produktionsrekorde aufstellen. Beispielsweise hat die größte Anlage auf dem Städtischen Gymnasium Bad Laasphe fast 15.000 Kilowattstunden erzeugt – rechnerisch der Jahresstrombedarf von einem Dutzend Mitbürgern. Damit dürfte der Juni der ertragsreichste Monat seit Grüdnung der Genossenschaft 2013 sein. Nach dem ersten Halbjahr deuten die Betriebsergebnisse daher erneut auf eine Steigerung der Erträge hin, nachdem bereits 2018 wetterbedingt deutlich gestiegene Erträge zu verzeichnen waren.

Im letzten Jahr wurden 189.000 Kilowattstunden mit sauberen Sonnenstrom erzeugt. Dieses Jahr dürften mindestens 20 % dazu kommen. Dies liegt – neben dem sonnigen Wetter – an den neu gebauten Anlagen, denn seit Frühjahr 2018 wurden vier Anlagen mit einer Viertel Millionen Euro Investitionssumme errichtet und teils auch schon in Betrieb genommen. Bei zwei Projekten steht zurzeit noch die Inbetriebnahme durch den Elektriker an, während die anderen beiden Anlagen die Erträge steigen lassen.

Alles in allem freut sich das ehrenamtliche Genossenschafts-Team über die erfreuliche Wachstumskurve mit den neuen Projekten, gestiegenen Stromproduktion und rosigen Aussichten. Bei aller Freude zeigen sich zurzeit aber auch die gravierenden Folgen vom zweiten Hitzesommer in Folge. Mit der derzeitigen Dürreperiode droht nicht nur dem Wittgensteiner Wald ein immenser Schaden. Auch wenn dieser Sommer nicht direkt dem menschengemachten Klimawandel zuzuschreiben ist: Diese Hitzesommer werden in Zukunft ebenso deutlich zunehmen wie Starkregen-Ereignisse und Stürme. Dies ist ein Ausblick, was Wittgenstein Mitte des Jahrhundert in vielen Sommern erwarten kann. Es ist falsch, zu glauben, dass der menschengemachte Klimawandel vor Wittgenstein halt machen würde. Um die Folgen zumindest etwas abzumildern, wird das ehrenamtliche Team der Genossenschaft weiter für saubere Stromerzeugung in Wittgenstein einsetzen.

Unterdessen gehen die Planungen für weitere neue Anlagen weiter. Auch möchte sich das Genossenschafts-Team vermehrt mit anderen lokalen Mitstreitern in der Thematik Nachhaltigkeit vernetzen, wie bspw. der Schülerinitiative WeiterGedacht des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe.

Getagged mit: , , , ,

Die Energiegenossenschaft Wittgenstein lädt alle Interessierte und Genossenschaftsmitglieder herzlich zur diesjährigen Generalversammlung am Freitag, d. 21. Juni, um 19 Uhr, in das Hotel Lahnblick in Bad Laasphe ein. Auf der Generalversammlung wird eine Bilanz des Geschäftsjahres 2018 gezogen. Im vergangenen Jahr hat sich die Genossenschaft erneut deutlich vergrößert. Die Stromproduktion ist um 50 % auf etwa 189.000 Kilowattstunden gewachsen. Die Bilanzsumme hat sich im vergangenen Jahr von 170.000 Euro auf 360.000 Euro mehr als verdoppelt. Fast eine viertel Millionen Euro an Investitionen wurden 2018 und 2019 bereits getätigt. Und das weiterhin durch ein vollständig ehrenamtliches Team, welches die Energiewende lokal fördern möchte.

Neben formellen Punkten geht es auch um die Vorstellung des weiteren Wachstumskurses: In den letzten Monaten sind die fünfte, sechste und siebte Photovoltaik-Anlage montiert worden. Wenn alle Anlagen in Kürze in Betrieb sind, kommen zusätzlich mehr als 130.000 Kilowattstunden jährlich hinzu. Der gesamte Strom der Energiegenossenschaft reicht für anderthalb Millionen Kilometer mit dem Elektroauto.

Aktuell wird die achte Anlage geplant. Um das Wachstum weiter zu tragen, plant die Genossenschaft die Ausgabe von festverzinsten Nachrangdarlehen exklusiv für die Genossenschaftsmitglieder, sofern das neue Projekt Nummer 8 umgesetzt werden würde. Die Veranstaltung wird durch den Vortrag „Weltkulturerbe Genossenschaftsgedanke – Eine 150 Jahre alte Idee für einen modernen Nutzen“ abgerundet.

Falls Sie als Genossenschaftsmitglied verhindert sein sollten, besteht die Möglichkeit, über eine Vollmacht ein anderes Mitglied der Energiegenossenschaft für Sie teilnehmen und abstimmen zu lassen. Ein Bevollmächtigter kann nicht mehr als zwei Mitgleider vertreten.

Adresse des Treffpunkts: Hotel Lahnblick, Höhenweg 10, 57334 Bad Laasphe

Tagesordnung:
1. Eröffnung und Begrüßung
2. Bericht des Vorstandes über die Genossenschafts-Projekte und -Aktivitäten
3. Bericht des Aufsichtsrates über seine Tätigkeit
4. Bericht des Vorstandes über Jahresabschluss und Geschäftsjahr 2018
5. Feststellung des Jahresabschlusses 2018
6. Beschlussfassung zur Gewinnverwendung bzw. zum Verlustvortrag
7. Beschlussfassung für die Entlastung
a) des Vorstandes b) des Aufsichtsrates
8. Wahlen zum Aufsichtsrat
9. Verschiedenes
10. Vortrag: Weltkulturerbe Genossenschaftsgedanke – Eine 150 Jahre alte Idee für einen modernen Nutzen

Getagged mit: , ,

Siebte Anlage in Bad Laasphe Volkholz errichtet

PV-Anlage Aula

PV-Anlage Wedis Gartenbau in Bad Laasphe-Volkholz

Kaum hat die Energiegenossenschaft Wittgenstein neulich die Errichtung ihrer sechsten Anlage bekannt gegeben, steht die siebte Anlage kurz vor der Inbetriebnahme. In den letzten Tagen wurde auf dem Dach des Landschaftsbau-Betriebes Wedis in Bad Laasphe-Volkholz eine neue Photovoltaik-Anlage mit 34 Kilowatt installierter Leistung montiert. Die Anlage soll jährlich etwa 29.000 Kilowattstunden sauberen Strom produzieren. Damit könnte ein Elektroauto knapp viermal den Erdball umkreisen.
Die Investitionskosten von etwa 25.000 Euro wurden durch Genossenschaftsanteile engagierter Wittgensteiner und der heimischen Volksbank getragen. Ausschließliche heimische Betriebe wurden engagiert, um die Wertschöpfung in der Region zu belassen. Die Anlage zeigt: Trotz unseres schlechten Wetters ist es einfach, sich in Wittgenstein für eine nachhaltige und klimaverträgliche Energieversorgung einzusetzen. Nicht nur das: Photovoltaik bedarf keiner Diskussion um Umweltverträglichkeit, keine Flächen werden versiegelt, die Module kommen inzwischen ohne Schwermetalle aus und sind komplett recycelbar.
Auch Dachinhaber Stephan Wunderlich, Geschäftsführer von Wedis Landschaftsbau, freut sich über die neue Anlage und Kooperation: „Ich bin froh, hier zum Umweltschutz und dem Vorsprung der erneuerbaren Energie beitragen zu dürfen, vor allem brauchen wir sauberen Strom. Und wenn so eine Win-Win Situation entsteht wie mit der Energiegenossenschaft, sollte man es an anpacken, da geeignete Dachflächen überall vorhanden sind und man nicht in die Natur eingreifen muss. Das sollte auch im Sinne unserer Berufung als Landschaftsbauer ein großer Aspekt bleiben, das wir unsere wertvolle Natur schützen und erhalten.“
Mit der neuen Anlage stärken die Energiegenossen ihren steilen Wachstumskurs. Die installierte Leistung aller Anlagen erhöht sich auf etwa 400 Kilowatt. Vor einem Jahr wurde erst die 200 kW-Grenze in Dotzlar durchstoßen. Das besondere: Die Energiegenossenschaft arbeitet vollständig ehrenamtlich und ist rein von dem lokalen Nachhaltigkeitsgedanken angetrieben.
Nach einer 50%-Steigerung der Stromproduktion im vergangen Jahr soll es 2019 die Strommenge weiter um mindestens 50% steigern, da drei neue Anlagen ans Netz gehen. Diese sind auf einer Gewerbehalle in Oberndorf, auf der Aula des Städt. Gymnasiums sowie eben auf diesem Volkholzer Dach. Sie haben alle zusammen 160 Kilowatt installierte Leistung.
Derweil laufen die Vorarbeiten für die achte Anlage. Ein konkretes Projekt haben die Ehrenamtlichem im Auge. Glücklicherweise passt die Statik schon mal, da das leider schon mehrmals Projekte verhindert hat.

Getagged mit: , , ,

Auch die aktuelle Entwicklung der Energiegenossenschaft mit zahlreichen Anlagen genug Grund zur Freude gibt, trübt die Politik aktuell erneut die Europhie der Energiegenossen drastisch ein. Seit Anfang des Jahres reduziert die Bundespolitik im Rahmen des „Energiesammelgesetz“ die Vergütung für Photovoltaik-Anlagen drastisch um über 20%. Da kommt die Photovoltaik gerade in Schwung und erreicht den geplanten Zubau, und schon wird eine ganze Branche wieder abgewürgt.

Insbesondere war bereits ein riesiges 250 kW-Projekt mit einer Investitionssumme von einer Viertel Millionenen Euro unterschrieben und umsetzungsreif. Jedoch ist die Wirtschaftlichkeit nun nicht mehr gegeben und die Umsetzung kann wahrscheinlich nicht mehr erfolgen. Trotz dessen: Es geht mit Projekten weiter und der Ausblick sehr positiv.

Die aktuelle erneute Dürreperiode, der zunehmend sichtbare und bedrohliche Klimawandel, zurzeit steigende Ölpreise und die Umweltprobleme zeigen den bedarf für eine nachhaltige Energieinfrastruktur. Umso erfreulicher ist es, dass sich mit den „FridaysForFuture“-Aktionen das Bewusstsein bei Schülern ausbildet und diese engagiert gegen den Klimawandel eintreten.

Getagged mit: , , ,

Die Energiegenossenschaft Wittgenstein hat inzwischen ihre sechste Photovoltaik-Anlage errichtet und in Betrieb genommen. Nachdem bereits seit Herbst 2018 an der Anlage gearbeitet wurde, stehen aktuell die letzten Nacharbeiten an.

Anfang der Montage auf dem Aula-Dach mit noch offenen PV-Reihen (rechts) und …

Mit einer Leistung von 90 Kilowatt wird diese Anlage jährlich mindestens 76.000 Kilowattstunden sauber erzeugen. Genug, um eine halbe Millionen Kilometer elektrisch Auto zu fahren und damit etwa 36 Wittgensteiner Autos anzutreiben.

Damit war das Jahr 2018 war für die Energiegenossenschaft das bisher erfolgreichste seit ihrer Gründung 2013. Drei neue Photovoltaik-Anlagen wurden auf die Dächer gebracht, womit sich die Anzahl der Anlagen verdoppelte. Zusammen mit den anderen beiden Anlagen aus 2018 auf der Kulturhalle Dotzlar und auf einer Oberndorfer Gewerbehalle verdoppelt sich die installierte Anlagenleistung der Genossenschaft von 150 auf mehr als 360 Kilowatt installierter Leistung.

und fast abgeschlossen.

Die lokal eingebundenen Partner wie bspw. Elektriker stammen aus dem Bad Laaspher Stadtgebiet und steuern die Gewerbesteuer durch diese Investition bei. Insgesamt wird durch die Investition in Höhe von etwa 90.000 Euro die lokale Wertschöpfung gestärkt. Nachdem das Dach zuletzt saniert worden ist, schützt die neue Anlage die frische Dachhaut vor der UV-Strahlung.

Technisch ist die Montage recht einfach: Keine Dachbohrung ist auf dem Flachdach nötig; die Ingenieure von Viessmann in Allendorf berechneten sorgfältig die Balastierung mit Gewichten. Vorher wurde die Statik geprüft, da dies in Wittgenstein aufgrund der hohen anzusetzenden Schneelasten wichtig ist.

Die Errichtung der Anlage erfolgt wie bereits bei der letzten Anlage in Eigenleistung, sofern dies erlaubt und möglich ist. Dadurch möchte die Energiegenossenschaft einen hohen vierstelligen Betrag einsparen, welcher den Mitgliedern durch später auszuschüttende Dividenden zu Gute kommt. An dieser Stelle gilt ein großes Dankeschön an die Hilfe an alle Genossenschaftsmitglieder, insbesondere um Rudi Niesyto, welche dies durch tatkräftige Hilfe ermöglicht haben. Wer Interesse hat, kann sich über Genossenschaftsanteile an der Investition beteiligen.

Für diese Eigenleistung wurde die Genossenschaft zuletzt auch mit dem Zukunftspreis des Kreises Siegen-Wittgenstein ausgezeichnet. Die Anlage steht auch im Einklang mit den Klimaschutzkonzepten der Bundesregierung als auch der Stadt Bad Laasphe. Die Vorteile der Anlage liegen in der lokalen, dezentralen Stromversorgung. Die Bürger in Wittgenstein können am Klimaschutz vor Ort unmittelbar teilhaben. Der Standort an der Aula ergänzt sich in der Stromversorgung durch die Sonne bei der Energiegenossenschaft und durch die KWK-Strom und -Wärmeerzeugung durch die Bad Laasphe Energie.

Getagged mit: , , , ,

Im letzten Jahr schien die Sonne erfolgreich für die Energiegenossenschaft Wittgenstein. Die Genossenschaft hat ihre Produktionsdaten aus dem vergangenen Jahr analysiert und siehe da: Die Stromproduktion mit sauberen Photovoltaik-Anlagen konnte um mehr als 50% gesteigert werden. Die neue Anlage auf der Kulturhalle Wittgenstein in Dotzlar sorgte seit April für eine ertragsstarke Produktion. Durch den Rekordsommer konnten die Bestandsanlagen etwa 10% mehr Strom produzieren.

Insgesamt über 188.000 Kilowattstunden wurden 2018 erzeugt. Oder anschaulich: Damit könnte rechnerisch ein Staubsauger mehr als zwanzig Jahre lang durchlaufen. Ein Steinkohlekraftwerk hätte 56 Tonnen Steinkohle verfeuern müssen. Insgesamt wurden seit der Gründung der Genossenschaft etwa 600.000 Kilowattstunden erzeugt.

Die Genossenschaft hat aktuell 65 Mitglieder, welche insgesamt knapp 90.000 Euro an Anteilen investiert haben. Neben der positiven Wirkung für Klima, lokaler Wertschöpfung und einer guten Energieversorgung ist es eine stabile Investition. Getragen wird die Genossenschaft von einem ehrenamtlichen Team um den dreiköpfigen Vorstand, den Aufsichtsrat und weiteren aktiven Unterstützern. Insgesamt hat die Genossenschaft bisher in ihre Anlagen etwa eine viertel Millionen Euro investiert.

Die Ehrenamtlich aller Tätigkeiten ist dabei immens: Im vergangenen Jahr wurden bei zwei Photovoltaik-Anlagen umfangreiche Eigenleistungen durchgeführt, sofern dies möglich war. Aktuell werden beide Anlagen in Betrieb genommen. Diese wurden mit dem Zukunftspreis des Kreises Siegen-Wittgenstein prämiert. Schließlich sparten diese Eigenleistungen der Genossenschaft 13.000 Euro an Kosten. Die Facharbeiten wurden die örtliche Partner durchgeführt.

Auch für 2019 soll die Stromproduktion weiter steigern. Die neuen Anlagen haben jeweils ihre erste „volle Saison“, produzieren also von Januar bis Dezember. Ebenso sind zwei neue Anlagen geplant. Die Zeichen stehen auf einen weiteren Ausbau einer sauberen Solarstromerzeugung mit positiven Folgen für die Region und die Umwelt.

Nachfolgend sind die genauen Produktionsdaten der Anlagen für 2017 und 2018 dargestellt. Weitere Produktionsdaten finden sich unter der Projektübersicht.

Anlage 2017 2018 Steigerung
Wabach Sportpark, Bad Laasphe 29.055 31.974 +10,0%
Städt. Gymnasium Bad Laasphe 81.582 87.522 +7,3%
Ehem. Kläranlage Feudingerhütte 13.190 14.450 +9,6%
Kulturhalle Wittgenstein, Dotzlar 0 54.900
Insgesamt 123.827 188.846 +52,5%
Getagged mit: ,

Aus den Händen von Anne Wilms (2.v.l.) erhielten Frank Leyener und Erich Horchler von der Energiegenossenschaft den Zukunftspreis 2018 des Kreises Siegen-Wittgenstein

Aus den Händen von Anne Wilms (2.v.l.) erhielten Frank Leyener und Erich Horchler von der Energiegenossenschaft den Zukunftspreis 2018 des Kreises Siegen-Wittgenstein

Der Zukunftspreis hat zahlreiche Akteure für den lokalen Klimaschutz ausgezeichnet

Der Zukunftspreis hat zahlreiche Akteure für den lokalen Klimaschutz ausgezeichnet

Die Energiegenossenschaft hat für die Errichtung der beiden neuen Photovoltaik-Anlagen den zweiten Platz des Zukunftspreises vom Kreis Siegen-Wittgenstein erhalten. Diese Auszeichnung wurde mit einem Preisgeld von 1.250 Euro dotiert. Durch die umfangreichen Eigenleistungen auf ehrenamtlicher Basis für die beiden neuen Photovoltaik-Anlagen Oberndorf und Aula auf Bad Laaspher Stadtgebiet wurde eine Wertschöpfung von etwa 13.000 Euro für die Energiegenossenschaft generiert. „Mit Sonnenenergie CO2 vermeiden. Ein regionales und genossenschaftliches Projekt mit Modellcharakter, bei dem zudem die Wertschöpfung in der Region bleibt“, sagte die stv. Landrätin Jutta Capito bei der Würdigung des Preisträgers.

Die Verleihung fand am Abend im Kulturhaus Lÿz in Siegen statt. Der Zukunftspreis ist ein Ehrenamtspreis, den der Kreis Siegen-Wittgenstein regelmäßig unter wechselnden Schwerpunktthemen vergibt. Eine Jury aus dem Landrat, den stellvertretenden Landräten, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Umwelt, Land- und Forstwirtschaft sowie dem Klimaschutzmanager des Kreises hatte über die diesjährigen Preisträger entschieden.

Der erste Platz ging den Siegener Unverpackt-Laden. Landrat Andreas Müller würdigte diesen als ein innovatives Vorzeigeprojekt für den Klimaschutz, das zur Vermeidung von Verpackungsmüll beitragen wolle. Durch bedarfsgerechtes Abfüllen statt einheitlicher Packungsgrößen werde zudem auch die Verschwendung von Lebensmitteln vermieden. Durch den Siegen in der Online-Abstimmung konnte sich die in Gründung befindliche Genossenschaft ein Preisgeld von 2.500 Euro sichern.

Mit dem dritten Preis wurde die Klimabildungsstätte Südwestfalen e.V. mit ihrem Projekt „KlimaWelten“ in Hilchenbach geehrt und war mit 750 Euro dotiert. Die stv. Landrätin Waltraud Schäfer sagte zur Begründung: „Eine außerschulische Bildungsstätte, die als RegionalZentrum im Landesnetzwerk ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘ überregionale Ausstrahlung besitzt. Mit Projekten wie KlimaKüche, KlimaLabor und KlimaForum wird schon bei den Jüngsten für Klimaschutz und Nachhaltigkeit geworben“.

Der Landrat hatte den diesjährigen Zukunftspreis im Frühjahr unter dem Motto „Volle Energie für ein gutes Klima“ ausgeschrieben. 21 Projekte haben sich darum beworben. „Wir können hier bei uns in Siegen-Wittgenstein den Klimawandel zwar nicht aufhalten, aber wir können unseren Beitrag dazu leisten“, machte Landrat Andreas Müller deutlich: „Denn nur wenn überall auf der Erde Menschen das tun, was ihnen möglich ist, haben wir noch eine Chance den Klimawandel zu verlangsamen.“

Weitere Preise erhielten die anwesenden Vertreter der Grundschule Oberfischbach, der Grundschule Wingeshausen, des Fördervereins der Städtischen Grundschule Bad Laasphe sowie der Realschule Erndtebrück. Für sie hatte der Landrat eine besondere Überraschung: Die Jury war von ihren Projekten so überzeugt, dass sie sich entschieden hatte, einen Sonderpreis „Schule und Jugend“ zu vergeben. Die fünf Preisträger, die damit ausgezeichnet wurden, durften sich jeweils über 200 Euro freuen.

Getagged mit: , , , , ,

Die Montage der PV-Anlage in Oberndorf erfolgte in ehrenamtlicher Eigenleistung des Genossenschafts-Teams; insbesondere Rudi Niesyto (hier im Bild) leistete einen wesentlichen Beitrag

Aktuell errichtet die Energiegenossenschaft Wittgenstein ihre fünfte Photovoltaik-Anlage. Die Anlage wird auf zwei Dächern eines Gewerbegebäudes im Bad Laaspher Ortssteil Oberndorf errichtet. Sie verfügt über eine Leistung von 35 Kilowatt und wird jährlich knapp 30.000 kWh erzeugen.

Die Genossenschaft investiert insgesamt etwa 31.000 Euro in die technischen Anlagen des Projekts. Das Besondere an dem Projekt war die erfolgte Arbeiten in Eigenleistung, sofern diese möglich war. Die ehrenamtlichen Aktiven konnten durch die Eigenleistung eine Wertschöpfung von mehr als 4000 Euro für die Genossenschaft leisten. Der Vorstand ist insbesondere für den tatkräftigen Einsatz von Rudi Niesyto dankbar. Niesyto leistete einen wesentlichen Beitrag zu den Arbeiten und hat diese durch seinen Einsatz erst ermöglicht. Bevor die Anlage sauberen Strom produzieren kann, erfolgt in den kommenden Wochen noch die Montage der Elektroinstallation durch lokale Partner.

Für die Genossenschaft ist es die erste Anlage auf einem Gewerbebetrieb, nachdem sonst Dachflächen von Kommune und Vereinen gepachtet wurden. Als Ausgleich für die Verpachtung der Dachfläche erhält der Gebäudeeigentümer eine regelmäßige Pachtzahlung.

Die inzwischen knapp 70 Mitglieder haben etwa 80.000 Euro in die Genossenschaft investiert. Es werden weitere Genossenschaftsmitglieder gesucht, welche aktuelle Investitionen durch Geschäftsanteile unterstützen und langfristig von einer Rendite profitieren möchten.

Zusammen mit der im Frühjahr auf der Kulturhalle Wittgenstein in Dotzlar errichteten 90 kW-Anlage wächst der Anlagenpark in diesem Jahr deutlich. Die Genossenschaft startete 2013 mit der ersten Anlage auf dem Städtischen Gymnasium in Bad Laasphe und möchte die Energiewende in Wittgenstein zum Vorteil für Bürger, der lokalen Wirtschaft und Vereinen und Kommunen umsetzen. Insgesamt wurden nun bereits über 300.000 Euro in Wittgensteiner Photovoltaik-Anlagen investiert, wovon stets ein möglichst großer Anteil in die regionale Wertschöpfung geflossen ist.

Aktuell zeigen sich viele Motivationen für ihr Engagement für die lokale Energiewende: Der hohe Ölpreis zeugt von der massiven Abhängigkeit fossiler Energiequellen, welche bei regenerativen heimischen Energien nicht gegeben wäre. Es droht in den Wittgensteiner Wäldern eine Borkenkäferplage durch den Rekordsommer, welcher langfristig durch den Klimawandel weiter angeheizt wird und im Hambacher Forst bei Aachen sollen jahrhundertealte Wälder für die RWE-Braunkohlekraftwerke geopfert werden, obwohl Energie-Alternativen vorhanden wären.

Getagged mit: , , , ,

PV-Anlage Feudingerhütte

PV-Anlage Feudingerhütte: Zwar vier Jahre alt, aber lieferte trotzdem noch einen neuen Produktionsrekord.

Das aktuelle Sommerwetter ist für die Energiegenossenschaft Wittgenstein Grund für Freud und Leid zu gleich. Inzwischen hat die Energiegenossenschaft vier Anlagen mit 230 Kilowatt Leistung in Betrieb, welche von dem Sommerwetter deutlich profitieren. Durch die neue Anlage auf der Kulturhalle Wittgenstein und das gute Sommerwetter konnte die Genossenschaft in diesem Jahr bisher deutlich mehr Strom produzieren als im Vergleichszeitraum 2017.

Bis einschließlich Juni liefen rund 80.000 Kilowattstunden durch die Stromzähler. Die vier Jahre alte 15 kW-Anlage „Feudingerhütte“ feierte unterdessen am 1. Juli einen Tagesrekord in der Produktion mit 108 kWh.

Bei aller Freude über schöne Wetterphasen und die guten Auswirkungen auf die Photovoltaik-Anlagen bereiten die schwerwiegenden Wetterauswirkungen wie die Waldbrände in Schweden und Griechenland große Sorgen: In Zukunft sind durch den Klimawandel auch in Wittgenstein deutlich mehr Dürren und Waldbrände zu erwarten.

Zwar kann die jetzige Hitzewelle nicht direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden, aber der Trend ist eindeutig, dass extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen und Starkregen zunehmen. Hintergrund dafür sind die bereits durch die globale Erwärmung um 1,4 Grad gestiegenen Temperaturen in Deutschland.

Und so ist der zunehmend spürbare, menschenverursachte Klimawandel für die Energiegenossenschaft einer von vielen Gründe, sich weiter für eine umweltfreundliche Energieerzeugung einzusetzen. Aktuell laufen die Planungen für eine fünfte und sechste Photovoltaik-Anlage. Noch wird an den Details wie Nutzungsvertrag und Elektroanschluss gearbeitet. Ende 2018 oder Anfang 2019 könnten die beiden Anlagen ans Netz gehen. Die Genossen suchen unterdessen noch weitere Interessenten, welche Genossenschaftsanteile zeichnen, und so die nachhaltigen Investitionen unterstützen möchten. Mit dem Geld der Genossen soll die geplante Investition in Höhe von 100.000 Euro mitfinanziert werden.

Weiterführender Artikel: Hitzewelle in Europa: „Befinden uns mitten im Klimawandel“ (tagesschau.de vom 28. Juli 2018)

Getagged mit: , , ,